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World Press Photo 2026 – Ausstellung in De Nieuwe Kerk Amsterdam

Seit 71 Jahren prämiert der Wettbewerb herausragende Arbeiten des Fotojournalismus. 2026 wählte die Jury aus 57.376 Einsendungen von 3.747 Fotografen aus 141 Ländern 42 Projekte aus. Diese zeigen die eindrucksvollsten Bilder des vergangenen Jahres.


Pressefoto des Jahres 2026

Mitte April 2026 verkündete World Press Photo in De Nieuwe Kerk Amsterdam das Pressefoto des Jahres sowie zwei Finalisten. Carol Guzy aus den USA gewann die Auszeichnung für das beste Nachrichtenfoto. Ihr Bild „Separated by ICE“ zeigt ICE-Agenten, die eine Familie trennen, nachdem Luis, ein ecuadorianischer Migrant, in New York City festgenommen wurde. Seine Frau und drei Kinder bleiben in finanzieller Unsicherheit und emotionalem Trauma zurück. Das Foto entstand am 26. August 2025 im Jacob K. Javits Federal Building.

ICE Arrests at New York Court / © Carol Guzy, ZUMA Press, iWitness, for Miami Herald

Finalisten des Pressefotos des Jahres 2026

„Aid Emergency in Gaza“ von Saber Nuraldin (EPA Images): Palästinenser klettern auf einen Hilfstruck, der am 27. Juli 2025 über den Zikim-Übergang in den Gazastreifen gelangt, um Mehl zu ergattern. Dies geschieht während einer „taktischen Pause“, die das israelische Militär für humanitäre Hilfe einräumte. Die Jury lobte die klare Komposition und die Darstellung der Dringlichkeit der Hungersnot.

Aid Emergency in Gaza / © Saber Nuraldin, EPA Images

„The Trials of the Achi Women“ von Victor J. Blue (New York Times Magazine): Doña Paulina Ixpatá Alvarado, eine Klägerin, die 1983 25 Tage lang gefangen gehalten und missbraucht wurde, steht am 30. Mai 2025 mit anderen Achi-Frauen vor einem Gericht in Guatemala-Stadt. An diesem Tag verurteilte das Gericht drei ehemalige Zivilpatrouillen-Mitglieder wegen Vergewaltigung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 40 Jahren Haft. Die Jury hob hervor, wie das Bild die Würde und Stärke der Frauen betont.

The Trials of the Achi Women / © Victor J. Blue, for The New York Times Magazine

World Press Photo Ausstellung 2026

In De Nieuwe Kerk Amsterdam sind alle prämierten Bilder bis zum 27. September 2026 zu sehen, danach in weiteren 60 Städten weltweit. Die Ausstellung lädt dazu ein, über die tägliche Nachrichtenflut hinauszublicken und sich mit bekannten und unbekannten Geschichten aus aller Welt auseinanderzusetzen.

Die Auswahl beleuchtet die Folgen der Klimakrise – von Los Angeles bis zu den Philippinen, Mexiko und Nordnorwegen. Sie thematisiert gesellschaftliches Engagement und den Kampf für Gleichberechtigung, mit eindringlichen Bildern von Protesten in den USA und Frauenbewegungen in Guatemala und Kenia.

Die Geschichten zeigen auf intime und oft ergreifende Weise die Verletzlichkeit des menschlichen Lebens. Sie handeln von Krankheit und Isolation, aber auch von Trauer und Widerstandskraft. Zudem erzählen sie von jüngeren Generationen, von Balletttänzern in Südafrika bis zu Reiterinnen in Marokko und Familien, die unter der Einwanderungspolitik der USA leiden. Eine Serie von Tierporträts bringt den Betrachter der Natur näher.

Die Bilder fordern Aufmerksamkeit, gerade jetzt, da die Pressefreiheit weltweit unter Druck steht. Ein bewegender Teil der Ausstellung ist die Gedenkstätte mit den Namen aller Journalisten, die 2025 ums Leben kamen.

Zudem bietet die Ausstellung Raum für Reflexion über die Geschichte von World Press Photo, dargestellt in einer Zeitleiste in einer der Kapellen. Das „Foto des Jahres“ steht im Mittelpunkt der Ausstellung und wird im Hochchor der Kirche präsentiert. Besucher erhalten Einblicke in den Auswahlprozess der Bilder und die Prüfung der Echtheit von Fotos und Informationen.

Öffnungszeiten:

  1. April 2026 – 27. September 2026
    Täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr
    Geschlossen: 27. April, 3. bis 5. Mai, 28. Mai und 30. Mai.
    Hinweis: Vom 15. bis 26. Juni finden in De Nieuwe Kerk Bauarbeiten statt. In dieser Zeit kann es zu Lärmbelästigungen kommen.

Links:

De Nieuwe Kerk: www.nieuwekerk.nl
World Press Photo: www.worldpressphoto.org

Text / Fotos Ausstellung: Andrea Quaß

VonRedaktion

Berlin: Drei Tage, viele Gespräche & Inspirationen – und Blicke über die Dächer der Stadt.


Es begann mit dem TravMedia’s IMM Germany, ein Treffen von Repräsentanten von Reisebranche und Medien. Ein kompaktes Format: kurze Gespräche, viele Ideen, neue Reisestories. Für Journalisten, Blogger und Content-Creator eine effektive Möglichkeit, Destinationen zu treffen und Themen zu entdecken.

Dann die ITB Berlin. Seit Jahrzehnten ein zentraler Treffpunkt der Reisebranche – wieder mit vielen Ausstellern, neuen Trends und persönlichen Begegnungen.



Zwischen Messeständen, Länderpavillons und spontanen Plauschs ging es um vieles, was die Branche gerade bewegt: neue Reiseideen, nachhaltige Angebote, Konzepte, Weltlage, Technologie – und natürlich Content.



Und Berlin? Leider nicht viel gesehen. Nur ein wenig von zwei Rooftops von oben erhascht. Beeindruckende Blicke über die Lichter der Stadt. Ist Berlin noch sexy?

Die Reisebranche lebt von Begegnungen. Von Geschichten. Und von Menschen, die sie erzählen. Und es hat sich echt gelohnt!



Cool, dass wir uns getroffen haben. Mal ein kurzes Winken, eine herzliche Umarmung, ein kurzer Plausch, ein längeres Gespräch … oder, oder, oder …

VonRedaktion

Spagat zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit – wie Kölns Kreativwirtschaft Zukunft gestaltet

Die Kultur- und Kreativwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Zwischen Künstlicher Intelligenz (KI), Innovation, Nachhaltigkeit und Strukturwandel verändert sich ihre DNA rasant. Wie gelingt es, diese Transformation aktiv zu gestalten? Antworten suchte die Konferenz twin. peaks, die am 28. Oktober 2025 im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) stattfand.

Wandel braucht Haltung

„Überall Umbruch und Zumutung, überall Neuordnung und Chance. “ – das Motto der twin. peaks brachte es auf den Punkt: Der Wandel ist nicht aufzuhalten, doch er lässt sich gestalten. Digitalisierung ist längst Alltag. Nachhaltigkeit hat sich von einem Randthema zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit entwickelt. Die Konferenz zeigte, dass kreative Arbeit heute Verantwortung für Ressourcen, Inhalte und Gesellschaft bedeutet. Sie ermutigte dazu, die großen Themen nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern praktisch umzusetzen.

Themen, die bewegen

Vor Ort kombinierten praxisnahe Workshops, inspirierende Keynotes und lebendiger Austausch. Zu den Kernthemen zählten:

  • KI in Marketing und Vertrieb: Wie generative Tools Kommunikation verändern und welche ethischen Fragen damit verbunden sind.
  • Lineares Erbe vs. digitale Zukunft: Wie Streaming und Plattformökonomien die Medienmacht neu verteilen.
  • Nachhaltigkeit im Design: Re- und Upcycling als kreative Treiber und neue Gestaltungsgrundlage.

In Workshops wie „GenAI in der Marketingpraxis“ (Oliver Schwarz, schwarzdesign) oder „Creator Economy – how to sell myself online? “ (Florian Laue, ALL IN – Artist Management GmbH) wurde greifbar, wie Kreative neue Technologien nutzen können, ohne ihre Authentizität zu verlieren. Parallel zeigte Anja Reincke im MAKK, dass nachhaltiges Design längst keine Nische mehr ist.

Austausch als Antrieb

Zwischen Keynotes und Panels gab es viel Raum für Vernetzung. Beim KOMPASS-Netzwerklunch wurden Fördermöglichkeiten, Programme und Beratungsangebote vorgestellt, die Soloselbstständige und Unternehmen auf ihrem Weg in die digitale und nachhaltige Zukunft unterstützen. Vertreten waren u. a. KölnBusiness, creative. nrw, die Film- und Medienstiftung NRW und weitere Beratungsstellen, die Wege zur Förderung und Weiterbildung aufzeigten.

Anschließend widmeten sich mehrere Impuls- und Diskussionsformate den Zukunftsfragen der Branche.

In der Keynote „KI für Sales und Marketing in der Kreativwirtschaft“ erklärte Gernot Müller (Future Gen AI), wie KI-gestützte Tools Vertrieb und Markenkommunikation effizienter machen. KI ersetze keine Menschen, sondern Routinen, so Müller. Der Mensch bleibe im Zentrum und die KI unterstütze statt zu ersetzen.

Matthias Hornschuh (Komponist und Autor) stellte in seiner Keynote „KI, Kultur und die Entwertung der Wissensarbeit“ kritische Fragen an die kreative Verantwortung in einer automatisierten Welt. Seine zentrale Frage: Wer sind wir eigentlich? KI sieht Hornschuh als Chance, Spiegel und Herausforderung.

„Der größte Diebstahl in der Menschheitsgeschichte“ – dieses Statement von Ranga Yogeshwar beschreibe das KI-Dilemma sehr gut, meinte Hornschuh. Dabei sei nicht die Technologie das eigentliche Problem, sondern die großen Tech-Konzerne, die KI-Modelle mit dem geistigen Eigentum von Menschen weltweit trainieren, oft ohne Zustimmung, Transparenz oder Vergütung.

KI-Modelle seien Spiegel der Gesellschaft, aber keine Wahrheit, so Hornschuh. „It’s a feature, not a bug. “ – aus seiner Sicht benutzen wir KI-Modelle nicht wofür sie gemacht sind. Zudem enthielten KI-generierte Inhalte extrem viel Quatsch, so Hornschuh weiter. Weitere Denkanstöße liefert sicherlich sein Buch „Wir geben uns auf“, in dem er eindringlich davor warnt, ideelle Wertschöpfung unter dem Druck des KI-Hypes wie nebenbei aufzugeben.

Im Gespräch zum Twin Transition Fonds gaben Tobias Hartmann (Grüner Werkzeugkasten) und Tobias Hartmann (All your AI) Einblicke in Projekte, die durch die Förderung bereits realisiert wurden.

Neue Medienmacht – alte Verantwortung

Den Abschluss bildete das Panel „Lineares Erbe, digitale Zukunft – Wie Streaming die Medienmacht neu verteilt“. Mit auf dem Podium: Dr. Katrin Vernau (WDR), Andreas Heyden (Dyn Media) und Max Orgonyi (RTL Deutschland). Irina Ignatiew-Lemke moderierte das Gespräch. Diskutiert wurde, wie Streaming-Plattformen Geschäftsmodelle, Inhalte und Publikumsverhalten verändern – und welche Rolle Köln als Medienstandort dabei spielt.

Köln als Standort mit Weitblick

Die zweitjüngste Stadt in NRW ist nicht nur Medien-, sondern auch Innovationsstandort. Die Konferenz machte sichtbar, dass Transformation kein theoretisches Schlagwort bleibt, sondern in Köln längst Realität ist – getragen von Menschen, die gestalten, statt abzuwarten.

Die Konferenz zeigte, wie sich Kreative und Unternehmen gleichermaßen aufstellen können, um den doppelten Wandel – digital und nachhaltig – nicht nur zu bewältigen, sondern zu gestalten. Transformation beginnt nicht irgendwann. Sie beginnt jetzt.

About
Veranstalter der twin.peaks ist KölnBusiness, die Wirtschaftsförderung der Stadt Köln. Mit einem Expertenteam unterstützt sie Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft, fördert Vernetzung, Innovation und Standortentwicklung.

Hinweis: Texterstellung mit Unterstützung von ChatGPT und WSKI; Fotos: Andrea Quaß

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Future of Tourism Düsseldorf: Neue Wege für den Tourismus

Rund 250 Vertreter*innen aus Tourismus, Wirtschaft, Kultur und Politik trafen sich am 28. Oktober 2024 in der Merkur Spiel-Arena zum 1. Düsseldorfer Tourismustag unter dem Motto „Future of Tourism Düsseldorf“. Die Veranstaltung bot eine Plattform für innovative Ideen und praxisnahe Strategien zur Stärkung des Tourismus in Düsseldorf und darüber hinaus. Ziel ist es, durch Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Bleisure-Reisen die Aufenthaltsdauer von Gäste zum verlängern und Wachstum zu fördern.

Gemeinsam Zukunft gestalten: Keynotes, ThemenLabs und Austausch

Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort und betonte die Bedeutung des Tourismus für die Stadt. Jens Ihsen, Geschäftsführer Visit Düsseldorf, stellte die Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsinitiativen der Stadt vor und skizzierte seine Vision einer modernen touristischen Zukunft. Zukunftsforscher Andreas Reiter erläuterte in seiner Keynote, wie Nachhaltigkeit die Tourismusbranche verändert und welche Erwartungen Gäste an urbane Destinationen haben.

Unter der Moderation von Journalistin Sabine Pracht diskutierten unter anderem Sabine Thiele, Geschäftsführerin von Regensburg Tourismus, und Thorben Meier, Geschäftsführer von Düsseldorf Marketing, über wichtige Zukunftsstrategien.

Anschließend fanden interaktive Themen-Labs statt, in denen die Teilnehmenden praxisnahe Lösungen zu Themen wie Künstliche Intelligenz, Zielgruppensegmentierung, Barrierefreiheit und Green Finance erarbeiteten. Diese Sessions förderten den Austausch und das Networking und lieferten wertvolle Impulse für nachhaltige Geschäftsmodelle und digitale Innovationen.

Strategien für neues Wachstum im Tourismus

„Future of Tourism Düsseldorf“ unterstrich die Notwendigkeit, neue Wege im Tourismus zu gehen. Digitalisierung, Nachhaltigkeit und individuelle Erlebnisse standen im Mittelpunkt. Die Branche will die Aufenthaltsdauer der Gäste von 1,7 auf 1,9 Tage erhöhen und damit ein Wachstum von elf Prozent erzielen. Zudem soll über das klassische Destinationsmanagement hinaus eine lebensraumorientierte Perspektive eingenommen werden. Maßgeschneiderte Erlebnisse sollen die Attraktivität Düsseldorfs steigern, von personalisierten Angeboten über digitale Assistenten bis hin zu nachhaltigen Souvenirs.

Bleisure-Effekte und neue Technologien

Die Stärkung von Bleisure-Effekten, der Verbindung von Geschäfts- und Freizeitreisen, rückt weiter in den Fokus. Studien zeigen, dass Bleisure-Reisen nachhaltiges Wachstumspotenzial bieten: 45 Prozent der weltweiten Reisen zu Meetings und Konferenzen werden 2023 um private Tage verlängert, rund 65 Prozent der deutschen Geschäftsreisenden verbinden ihren Aufenthalt mit Freizeit. Zwei Drittel der Bleisure-Gäste laden Familie oder Partner ein, sie zu begleiten. Diese Ressourcenschonung durch bereits anwesende Gäste bietet Düsseldorf Up- und Cross-Selling-Möglichkeiten sowie eine positive Ausstrahlung auf die Region durch innovative Mobilitätslösungen.

Blick in die Zukunft: Zukunft des Tourismus 2026

Die Premiere des Düsseldorfer Tourismustages hat gezeigt, wie die Tourismusbranche gemeinsam innovative und nachhaltige Erlebnisse schaffen kann. Alle Akteure sind aufgerufen, aktiv an der Umsetzung mitzuwirken und den Tourismus in Düsseldorf weiter zu entwickeln. Die zweite Auflage von „Future of Tourism Düsseldorf“ ist für das Frühjahr 2026 geplant.

Text & Fotos: Andrea Quaß, Q-Visions.com